Boho
Makramee selber machen

Makramee selber machen sieht aufwändiger aus, als es ist: Mit nur drei Grundknoten knüpfst du dir einen Boho-Wandbehang, der garantiert gelingt – auch ganz ohne Vorwissen. Diese Makramee-Anleitung für Anfänger führt dich Schritt für Schritt durch Ankerknoten, Kreuzknoten und Rippenknoten. Schnapp dir Garn und Holzstab, dann legen wir gemeinsam los und knüpfen ein Stück, das jede Wand sofort wärmer und gemütlicher macht.
Die Knüpftechnik Makramee stammt ursprünglich aus dem Orient und hat in den letzten Jahren ein grosses Comeback als Boho-Deko gefeiert. Das Tolle daran: Du brauchst kein teures Werkzeug und keine Nähmaschine, sondern nur deine Hände, etwas Garn und ein bisschen Geduld. Makramee ist ausserdem herrlich entschleunigend – viele empfinden das gleichmässige Knüpfen als richtig meditativ. Und weil sich aus denselben drei Knoten unzählige Muster bilden lassen, wird dir das Hobby garantiert nicht so schnell langweilig.
Die drei Knoten im Überblick
Bevor du startest, lohnt es sich, die drei Grundknoten kurz kennenzulernen – sie tauchen in fast jedem Makramee-Projekt wieder auf. Der Ankerknoten (auch Lerchenkopf genannt) dient dazu, das Garn am Holzstab zu befestigen, und bildet damit den Anfang jeder Arbeit. Der Kreuzknoten ist der Allrounder: Aus ihm entstehen Flächen, Zöpfe und die meisten Muster. Der Rippenknoten schliesslich erzeugt klare, leicht erhabene Linien und eignet sich perfekt für Abschlüsse und diagonale Akzente. Wenn du diese drei beherrschst, steht deinem ersten Wandbehang nichts mehr im Weg.
Das brauchst du
- Makramee-Garn in 3–4 mm Stärke
- Ein Holzstab als Aufhängung
- Eine scharfe Schere
- Ein Massband zum gleichmässigen Zuschneiden
Makramee selber machen – Schritt für Schritt
- Schritt 1 – Garn zuschneiden: Miss mit dem Massband mehrere gleich lange Garnstücke ab – als Faustregel etwa viermal so lang wie dein fertiger Wandbehang werden soll. Für den Anfang reichen acht bis zwölf Fäden völlig aus. Lieber etwas grosszügiger zuschneiden, denn nachträglich verlängern lässt sich ein Faden nicht, und überstehendes Garn wird am Ende einfach zur Franse.
- Schritt 2 – Garn mit dem Ankerknoten befestigen: Lege ein Garnstück mittig zur Schlaufe, führe sie von vorne über den Holzstab und ziehe die beiden Enden von hinten durch die Schlaufe nach unten. Zieh fest – fertig ist der Ankerknoten (Lerchenkopf). Wiederhole das mit allen Fäden, sodass sie gleichmässig und dicht nebeneinander am Stab hängen.
- Schritt 3 – Kreuzknoten knüpfen: Fasse vier benachbarte Fäden zu einer Gruppe zusammen. Lege den linken Aussenfaden über die zwei ruhenden Mittelfäden, führe den rechten darüber und von hinten durch die linke Schlaufe – dann dieselbe Bewegung spiegelverkehrt zurück. So entsteht der klassische Kreuzknoten, das Herzstück fast jedes Makramee-Musters.
- Schritt 4 – Muster mit versetzten Knoten bilden: Knüpfe eine erste durchgehende Reihe Kreuzknoten und versetze in der nächsten Reihe die Vierergruppen um zwei Fäden nach rechts. Dadurch verbinden sich die Knoten zu einem luftigen Netzmuster, das dem Wandbehang seine typische Boho-Optik gibt. Achte auf gleichmässige Abstände, dann wirkt das Muster ruhig und harmonisch.
- Schritt 5 – Rippenknoten als Abschluss: Lege einen äusseren Faden als Führungsfaden diagonal über die übrigen und knote jeden Faden nacheinander mit zwei Schlingen fest darum. Dieser Rippenknoten bildet eine klare, leicht erhabene Linie und sorgt für einen sauberen, professionellen Abschluss am unteren Rand deiner Knüpffläche.
- Schritt 6 – Fransen schneiden: Lege den Wandbehang flach auf den Boden und schneide die überstehenden Fäden mit einer scharfen Schere zu einer geraden, schrägen oder spitzen V-Kante. Kämme die Enden anschliessend mit einem groben Kamm aus, damit eine weiche, gleichmässige Franse entsteht und dein selbst gemachtes Makramee fertig zum Aufhängen ist.

Tipps, damit es garantiert gelingt
- Schneide das Garn lieber zu lang als zu kurz – ein Drittel verschwindet allein in den Knoten.
- Knüpfe alle Knoten mit gleichmässigem Zug, dann hängt der Wandbehang später ruhig und symmetrisch.
- Hänge den Holzstab zum Arbeiten auf, etwa an einen Türgriff oder Kleiderhaken – das macht das Knüpfen viel leichter.
- Übe Anker-, Kreuz- und Rippenknoten einmal an einem Reststück, bevor du am eigentlichen Werk startest.
- Kämme die Fransen erst ganz zum Schluss aus, sonst franst das Garn beim Arbeiten unschön aus.
„Nach dem ersten Wandbehang war ich süchtig – inzwischen hängt in jedem Zimmer ein selbst geknüpftes Stück.“ – Sarah aus Zürich
Aufhängen, pflegen & weiterdenken
Hänge deinen fertigen Wandbehang am besten an eine ruhige, freie Wand, an der sein Muster zur Geltung kommt – über dem Bett, dem Sofa oder im Flur. Direkte Feuchtigkeit mag Baumwollgarn nicht besonders, deshalb ist ein Platz fernab von Bad und Dampf ideal. Staub entfernst du gelegentlich mit einem weichen Pinsel oder kurz mit dem Föhn auf kühler Stufe. Und wenn dir der erste Wandbehang gelungen ist, kannst du dein neues Können gleich weiterdenken: Aus denselben drei Knoten entstehen Blumenampeln, Tischläufer oder Schlüsselanhänger. Makramee selber machen ist eben kein einmaliges Projekt, sondern der Einstieg in ein ganzes Boho-Universum.
Häufige Fragen
Ist Makramee für Anfänger geeignet?
Absolut. Du brauchst nur drei Grundknoten – Ankerknoten, Kreuzknoten und Rippenknoten – und kannst daraus schon einen kompletten Wandbehang knüpfen. Diese Makramee-Anleitung ist genau für Einsteiger gedacht.
Wie viel Garn brauche ich für einen Wandbehang?
Als Faustregel schneidest du jeden Faden etwa viermal so lang wie dein fertiges Stück. Knoten verbrauchen überraschend viel Länge, deshalb lieber grosszügig rechnen.
Welches Garn eignet sich am besten?
Für Wandbehänge ist Baumwollgarn in 3–4 mm Stärke ideal: Es lässt sich gut knoten, fällt schön und die Fransen lassen sich sauber auskämmen.
Wie lange dauert ein Makramee-Wandbehang für Anfänger?
Für deinen ersten kleinen Wandbehang solltest du etwa eine Stunde einplanen. Anfangs gehst du die Knoten noch bewusst durch, doch schon nach den ersten Reihen kommst du in einen flüssigen Rhythmus. Lass dir ruhig Zeit – gerade beim Lernen ist gleichmässiges Arbeiten wichtiger als Tempo.
Was mache ich, wenn ein Knoten verrutscht ist?
Kein Problem: Makramee verzeiht fast alles. Ziehe den betroffenen Knoten einfach wieder auf und knüpfe ihn neu – das Garn nimmt dabei keinen Schaden. Genau das macht den Einstieg so entspannt, denn du kannst jederzeit korrigieren, bis das Muster sitzt.
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